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Villa am Weinbergweg

Ennetbaden

Die Villa am Weinbergweg in Ennetbaden ist eine neobarocke Villa, die zwischen 1925 und 1927 errichtet wurde. Sie gehört zu den frühen Werken des bekannten Badener Architekten Hans Loepfe (1887-1977). Am Rande der Siedlung und des Rebhangs gelegen, fügt sich das Gebäude harmonisch in die Hanglage ein. Besonders auffällig ist die symmetrische Fassade, die auf einem Sockelgeschoss mit Rundbogenarkaden ruht. Die Villa befindet sich in einem gut erhaltenen Zustand, wobei die originalen Fenster und das Dach mit den ursprünglichen Biberschwanzziegeln erhalten geblieben sind und den historischen Charakter des Gebäudes unterstreichen.

Die Ausnützung des 1’101 m² grossen Grundstücks ist mit der Villa nicht ausgeschöpft; es besteht noch eine gewisse Ausnützungsreserve. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie haben wir zwei Entwurfsstrategien entwickelt, die den Umbau der Villa sowie die Weiterentwicklung des Grundstücks durch einen Neubau aufzeigen.

 

Bauherrschaft
privat

Zeitrahmen
2024

Auftrag
Machbarkeitstudie

Standort
Weinbergweg 5, Ennetbaden

Szenario 1: Umbau

Die Strategie sah eine sorgfältige Sanierung und Erweiterung der bestehenden Villa durch den An- bzw. Einbau eines zweiten Treppenhauses sowie den Ausbau des Dach- und Sockelgeschosses vor. Ziel war es, zusätzliche hochwertige Wohnfläche zu schaffen und gleichzeitig den architektonischen Charakter sowie den denkmalpflegerischen Wert des Gebäudes zu bewahren.

Es wurden mehrere Varianten hinsichtlich ihrer funktionalen, gestalterischen und denkmalpflegerischen Auswirkungen untersucht. Unter anderem wurde die Aufteilung der Villa in zwei Wohneinheiten geprüft. Diese hätte ein zusätzliches internes Treppenhaus erfordert, was erhebliche Eingriffe in die historische Bausubstanz nach sich gezogen hätte. Die Erhaltung des bestehenden Treppenhauses bei gleichzeitiger Erfüllung der heutigen brandschutztechnischen Anforderungen wäre jedoch nur mit unverhältnismässig grossen Eingriffen möglich gewesen.

Zudem wurde ein gleichwertiger Zugang zu den qualitätsvollen Aussenräumen für beide Wohneinheiten als wichtiges Planungskriterium berücksichtigt. Varianten mit grösseren baulichen Eingriffen, wie die vertikale Aufteilung der Villa oder eine Erschliessung über eine externe Treppe mit Lift, erfüllten die denkmalpflegerischen und gestalterischen Anforderungen nicht vollständig. Die Liftlösung wurde aufgrund der beengten Platzverhältnisse und der unzureichenden Grenzabstände sowohl aus baulicher als auch aus bewilligungsrechtlicher Sicht als problematisch beurteilt.

Als bevorzugte Lösung wurde daher die Variante mit einem externen Treppenhaus beim bestehenden Haupteingang gewählt. Diese ermöglichte mit minimalen Eingriffen in die bestehende Struktur die Realisierung eigenständiger Einheiten und gewährleistete gleichzeitig einen gleichwertigen Zugang zu den Aussenräumen. Das neue Treppenhaus wurde zurückhaltend gestaltet und sorgfältig in die bestehende Architektur integriert. Der Ausbau des Dachgeschosses wurde so geplant, dass das vorhandene Gebäudevolumen bis unter das Dach optimal genutzt und zusätzlicher hochwertiger Wohnraum geschaffen wurde.

 

 

Szenario 2: Neubau (Erweiterung)

Der Auftrag bestand darin, das bauliche Potenzial auszuloten, die Grenzen der Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen, verschiedene Strategien vorzustellen und eine möglichst optimale Ausschöpfung des vorhandenen Potenzials zu erreichen. Aufbauend auf der ersten Variante wurde eine Strategie mit einer Erweiterung durch Neubauvolumen im Gartenbereich entwickelt. Zudem wurde die Parkplatzsituation überprüft.

Mit einer terrassierten Struktur, die den Hangverlauf aufnimmt und die Sichtbeziehung zur Villa möglichst weitgehend freihält, wird ein respektvoller Umgang mit dem Bestand gewährleistet. Durch eine gestalterische Angleichung an den bestehenden Sockelbau wird ein Bezug zur Villa hergestellt. Eine rechteckige, zweigeschossige Baute verläuft orthogonal zur Villa. Aufgrund der Gebäudetypologie entsteht im Untergeschoss eine 2-Zimmer-Wohnung und im Obergeschoss eine 3-Zimmer-Wohnung. Mit dieser Variante werden die Symmetrie sowie die orthogonale Struktur der bestehenden Anlage betont, sodass sich der Neubau möglichst zurückhaltend in die bestehende Architektur einfügt. Ebenso wurde durch die Aufnahme der Rundbogenarkaden der architektonische Bezug zur Villa hergestellt und gestalterisch thematisiert.

Es wurde die Realisierung einer Tiefgarage geprüft. Im Rahmen des aktuellen Variantenstudiums wurde diese Lösung jedoch als unverhältnismässig beurteilt, da sie einen grossen Aushub, hohe Kosten und einen erheblichen Eingriff in die bestehende Umgebung zur Folge hätte. Daher wurden vier oberirdische Parkplätze vorgesehen.

Die Variante schöpft das bauliche Potenzial des Grundstücks weitgehend aus und ermöglichte im Gestaltungsprozess eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Entwicklungsmöglichkeiten des Standorts sowie den denkmalpflegerischen Rahmenbedingungen. Dabei konnten die Denkmalschutzziele, der mögliche Umfang der Weiterentwicklung und die zukünftige Entwicklungsrichtung definiert werden. Gleichzeitig wurden wesentliche gestalterische Qualitäten identifiziert, die sich aus der Auseinandersetzung mit dem Bestand ergeben haben und als Grundlage für die weitere Planung berücksichtigt werden sollen.